Wortschatz ohne historischen Verstand

Richard Herzinger fügt in einem Artikel (WamS vom 15.10.) seiner Verachtung, ja unfriedlichem Hass auf Assads Syrien und Putins Russland, eine weitere negative kurzsichtige Gesellschaftsanalyse über die CSU hinzu. Er verfügt zweifellos über einen beträchtlichen Wortschatz, der aber losgelöst ist von historischem Verstand.

Er glaubt, dass „der Konservatismus, wie der Sozialismus, seinen Zenit überschritten habe. Das Gegenteil ist aber der Fall. Inhalte des Sozialismus und des Konservatismus sind überzeitlich: der Sozialismus, weil er bei angenommener Gleichheit der Menschen und der Abschaffung des „inhumanen“ Privateigentums das Paradies auf Erden verspricht, und der Konservatismus, weil zur „Genausstattung“ der Menschen gehört, dass sie zutiefst Tradition als Entlastung empfinden und sich nach einer „wohltuenden Fraglosigkeit“ (Arnold Gehlen) sehnen, die Schutz bietet vor vergänglichen Neuerungen.

 

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Ein Kommentar zu Wortschatz ohne historischen Verstand

  1. Herzinger hat heute in der WELT vom 20.10.2017 wieder „zugeschlagen“. Er nennt „Assad oder die Djihadisten“ eine falsche Alternative, ohne zu sagen, welches denn eine dritte Möglichkeit wäre. Assad und Verbündete kämpften gegen „Zivilisten in einem Bürgerkrieg“. Die meisten Gegner Assads in diesem Krieg sind aber keine Syrer. Er habe die „syrische Opposition“ vernichtet, sagt aber nicht, wer denn diese „Opposition“ war.
    Trumps wieder aufgenommene Sanktionspolitik gegen den aggressiven Iran findet aber seine Zustimmung. Da muss er auf gute Quellen gehört haben.

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