Liberale Idealisten

Jens Nordalm hat einen gedankenreichen, philosophischen Essay in der WELT vom 15.12.2017 über „Liberale Idealisten“ geschrieben, wie ich ihn von aktiven Politikern noch nie gelesen habe. Es ehrt ihn, dass er offenbar ein glühendere Anhänger von Immanuel Kant und Karl Raimund Popper ist.

Nordalm zitiert einen zentralen Gedanken von Friedrich von Hayek, dass niemand jemals wissen könne, „was sich in Jahren und Jahrzehnten als das Richtige und Vernünftige herausstellen werde“, zumal die Verhaltensökonomie gezeigt habe, „dass der Mensch in Wahrheit oft irrational entscheide“.

Im Liberalismus werde nicht an die große Weisheit der einzelnen Entscheidung geglaubt, sondern die Ehrfurcht vor der prinzipiellen Freiheit jedes einzelnen Menschen stehe im Vordergrund.

So bleibe „Freiheit“ eben doch (im Sinne Kants) mehr Idee und leitendes Ideal als „Erfahrungsreport“, wobei sich allerdings das Prinzip „Wettbewerb“ doch eher als überlegenere Erfahrung erwiesen hat gegenüber anderen Ordnungen.

Und Popper mit seiner Gesellschaftstheorie der „Sozialtechnik der Einzelprobleme“ hätte ihm zu seiner Erkenntnis gratuliert, dass „die Kombination aller Freiheiten mehr Fortschritts-Chancen enthalte als die angemaßte EINHEITLICHKEIT ZENTRAL VORGEGEBENER WEGE

Interessant wäre die Antwort von Nordalm auf die ketzerische Frage, ob auch die AfD in seiner Theorie einen legitimen Platz hätte.

Euer Dieter
– Die Politik-Rakete –

 

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