Wie wird man zum Massenmörder ?

Zwei Bücher in einer Masse von psychologischen, psychoanalytischen oder soziologischen Werken beantworten diese Frage besonders gut und präzise mit wissenschaftlichem Anspruch:
Stanley Milgram, Das Milgram-Experiment, rororo 7479, 1995

Milgram war erschüttert über die unmenschliche Grausamkeit, die Menschen unter dem Nationalsozialismus offenbarten. Er wollte herausfinden, ob auch Menschen anderer Nationen zu solchen Untaten fähig wären. Dazu wählte er eine Versuchsanordnung, aus der in der Tat geschlossen werden konnte, dass drei Viertel der Durchschnittsbevölkerung durch eine pseudo-wissenschaftliche Autorität, der man alle Verantwortung

zuschob, verführt werden könnte, in bedingungslosem Gehorsam einen ihnen völlig unbekannten, unschuldigen Menschen zu quälen, zu foltern, ja zu liquidieren.

Max Frisch,1946
Wenn Menschen, die eine gleiche Erziehung genossen haben wie ich, die gleichen Worte sprechen wie ich und gleiche Bücher, gleiche Musik, gleiche Gemälde lieben wie ich – wenn diese Menschen keineswegs gesichert sind vor der Unmöglichkeit, Unmenschen zu werden und Dinge zu tun, die wir den Menschen unserer Zeit, ausgenommen die pathologischen Einzelfälle, vorher nicht hätten zutrauen  können, woher nehme ich die Zuversicht, dass ich davor gesichert sei?

Zuversicht: Eine geringe Zahl der Probanden bei Milgram konnte der Autorität widerstehen

 

Harald Welzer, Täter. Wie aus ganz normalen Menschen Massenmörder werden

Auch Harald Welzer untersucht Taten aus dem Holocaust und anderen Genoziden und erklärt, wie das Töten innerhalb weniger Wochen das Töten zu einer „Arbeit“ werden kann, wie „ganz normale Männer“, gutmütige Familienväter und harmlose Durchschnittsmenschen imstande waren, massenhaft Menschen zu töten. Geschätzt wird z.B., dass nach klinischen Kriterien höchstens zehn Prozent der SS-Männer als pathologisch eingestuft werden müssen.
Kurzgefasst:
Es gibt immer wieder gleiche Ursachen und gleiche Strukturen für Massenmörder:

– die Opfer werden entmenschlicht. Es sind „Schweine“, „unwerte Untermenschen“, „Ungläubige“, „Hindernisse für Fortschritt“.

– Durch Indoktrination, Manipulation und Propaganda ordnen sich die Mörder ein in eine Gemeinschaft höherwertigen Lebens: Rasse – Klasse – Religion.
(politik-rakete:Islamische Massenmörder hingegen sind durchweg jung, häufig mit einem gebrochenen Lebenslauf oder „Versager“ im Alltag. Attraktiv ist wohl auch, dass sie als Märtyrer unmittelbar ins Paradies kommen)

– Falls sie verurteilt werden sollten, gibt es immer wieder dieselbe Entschuldigung: Die Verantwortung habe ein anderer, dem man folgen musste.

 

Teile mit Freu(n)de: Diese Icons verlinken auf Bookmark Dienste bei denen Nutzer neue Inhalte finden und mit anderen teilen können.
  • Twitter
  • Facebook
  • Google Bookmarks
  • XING
  • LinkedIn
  • Live-MSN
  • MySpace
  • Webnews
  • Ask
  • email
  • Print
Dieser Beitrag wurde unter Islam, Massenmord, Politik, Psychologie abgelegt und mit verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.