Philosophen-Königs-Satz von Platon

Was ist der Philosophen-Königs-Satz von Platon ?

Antwort 1 – auf GuteFrage.net
E
rweitert auf  Gottwein.de

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Zusammengefasst von Karl-Peter:

Es geht also um politische Macht und Philosophie:

Entweder die Philosophen werden zu Königen (Politikern)
oder die Könige (Politiker)  werden zu Philosophen.

Problem für die Könige (Politiker) als Philosophen:
Sie, die Könige, die Herrscher über Land und Volk
verlieren ihre Macht (als Philosophen).

Problem für die Philosophen als Könige (Herrscher):
Sie, die Philosophen, müssen zum Herrschen / Führen
die Macht anerkennen und übernehmen.

Die Diskussion:
Wie können beide Elemente
„Philosophie“ (Nicht-Macht) und „Führung“ (Macht)
(also: Aktives TUN) verbunden werden ?
Aber immer mit dem Ziel, ein wirtschaftliches, gesundes
und zufriedenes Volk zu haben.
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Platon, Verächter der Demokratie, versucht in seinem Werk „Politeia“ (Der Staat, 473 cd) den Weg zum Himmel auf Erden in seinem berühmten  „Philosophen-Königssatz“
zu beschreiben. Er lautet:

„Wenn nicht…entweder die Philosophen Könige (sc. Politiker)
werden in den Staaten oder die jetzt sogenannten Könige und Gewalthaber
wahrhaft und gründlich philosophieren und also dieses beides zusammenfällt,
die Staatsgewalt und die Philosophie  –  eher gibt es keine Erholung von dem Übel
für die Staaten und…auch nicht für das menschliche Geschlecht“.

Es geht Platon offenbar darum, dass „Experten“, die angeblich das Wissen
um die Wahrheit besitzen, den Staat lenken sollen und kein „Intelligenz-Proletariat“.

Gegen diesen Vorschlag, der der Diktatur Tür und Tor geöffnet hat
(Kommunismus und Nationalsozialismus) und gegenwärtig öffnen
könnte (faschistischer Islam) kämpft Sir Karl-Raimund Popper
in seinem Weltbestseller „Die Offene Gesellschaft und ihre Feinde“.

Er setzt gegen die Wissens-Diktatur sein berühmtes Prinzip
„trial and error“(Versuch und Irrtum), womit wir Menschen
uns in kleinsten Schritten vielleicht der Wahrheit und den
„Tatsachen“ annähern können.

Außerdem hat dieses Prinzip den Vorteil, dass Irrtümer schneller
behoben werden können als in festgefügten Diktaturen.

Popper problematisiert diesen Satz, weil seiner Meinung nach eine diktatorische unfehlbare Elite die Geschicke der Welt bestimmen soll.

Kurzgefasst:  Für Popper ist das Prinzip  „trial and error“ (Versuch und Irrtum) wichtiger für das Glück der Menschen, weil Irrwege schneller erkannt werden können.

Ich stimme Popper zu, dass wir uns nur in kleinen Schritten der Wahrheit nähern können.
Dieter Rakete

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3 Kommentare zu Philosophen-Königs-Satz von Platon

  1. Karl-Peter sagt:

    Damit sind wir aber der Lösung
    .. ein wirtschaftliches, gesundes und zufriedenes Volk zu haben
    aktiv kein bisschen Näher gekommen.

    Was wären also die wirklich Erfolg-versprechensten Schritte
    um das Ziel zu erreichen ?

    • Hallo Karl-Peter,
      laut Sigmund Freud ist permanentes Glück und Zufriedenheit
      im Schöpfungsplan des Menschen nicht vorgesehen

      Er hat Recht. Seien wir zufrieden mit dem kleinen Glück des Alltags.
      Platons Satz kann für Fragen der Wirtschaft, Gesundheit oder
      der Finanzen gar nicht herangezogen werden.

      Platon ist der zutreffenden Ansicht, dass „Experten“ auftauchende
      Probleme lösen sollten und keine Dilletanten.

      Das Problem, Karl-Peter, bleibt tatsächlich bestehen, wie es zu erreichen ist,
      dass sich Experten für ein Problem finden lassen.

      Ausserdem bleibt ungesichert, wie die Quallität von Experten festgestellt werden kann.
      Bisweilen widersprechen sich nämlich die Experten.

      • Karl-Peter sagt:

        Wir leben in einer dualen Welt,
        wie schwarz & weiss,
        Krieg & Frieden,
        gut & böse.

        Da gibt es immer unterschiedliche AnSICHTen,
        Betrachtungsweisen und Auffassungen.

        Sind hier nicht mehr Praktiker und Anpacker gefordert,
        als die sogenannten (Wissens-)Experten ?

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